Intimität, Sexualität und Lust
Intimität und Sexualität
"Wahre Liebe beginnt dort, wo wir den Mut haben, uns mit all unseren Gefühlen zu zeigen, jenseits von Rollen, Erwartungen und Perfektion."
Im Laufe unseres Lebens machen wir die unterschiedlichsten Erfahrungen, auch im Bereich der Sexualität.
Nicht jede davon hinterlässt Freude oder Geborgenheit. Manche Erlebnisse sind lieblos, schmerzhaft oder gar übergriffig. Auch Imitationsverhalten oder transgenerationales Traumata können unser Erleben von Nähe und Vertrauen nachhaltig prägen. All diese Erfahrungen, bewusst oder unbewusst, wirken in unsere Beziehungen hinein. Sie beeinflussen, wie wir Bindung erleben, Vertrauen aufbauen und uns emotional öffnen können.
Sexualität im Wandel der Zeit
Heute ist Sexualität allgegenwärtig, in Medien, Netzwerken und öffentlichen Diskussionen. Das kann inspirieren, jedoch auch überfordern. Viele Menschen fühlen sich dadurch unter Druck gesetzt, vergleichen sich oder verlieren das Gefühl für ihre Bedürfnisse. Zugleich empfinden andere diese Offenheit als große Befreiung. Die wachsende Akzeptanz unterschiedlicher Lebens - und Liebesformen etwa durch die Arbeit der LGBTQ+ Bewegung schafft Raum für Vielfalt, Authentizität und Gleichberechtigung, für alle Menschen und Geschlechter.
Herausforderungen in Beziehungen
In längeren Beziehungen entstehen oft Routinen und Rituale in der Sexualität.
Scham, fehlende Kommunikation oder unerfüllte Wünsche können zu Distanz führen, manchmal auch zu dem Gefühl nur noch zu funktionieren. Wie beispielsweise das Bedürfnis, etwas Neues auszuprobieren und es vertrauensvoll in die Beziehung zu integrieren, wird oft von tief sitzenden Glaubenssätzen blockiert, welche die Angst hervorrufen können : "Was wird mein Partner von mir denken?"
Wiederum sehnen sich viele nach echter Intimität, Nähe und Geborgenheit und emotionaler Verbundenheit, die über körperliche Aspekte hinausgehen.
Die Grundlage für das Wachstum dieser wichtigen Bedürfnisse entstehen durch Vertrauen, Offenheit und ehrliche wertschätzende Kommunikation.
Beziehungen nach langer Abstinenz
Nach Enttäuschungen oder auch längeren Beziehungen, kann es passieren, dass wenig oder gar kein Sex mehr stattfindet. Menschen gewöhnen sich in der Regel an diese Phase der Abstinenz, verdrängen oder akzeptieren das natürliche Bedürfnis teilweise. Taucht dann ein ein neuer Partner oder eine neue Partnerin auf, wird das Thema Sexualität schnell zum Angstthema. Versagensängste, Glaubenssätze und Sorgen, körperlich nicht zu genügen, kommen auf und lösen eine Teufelsspirale aus, in der die Angst immer größer werden kann. Somit fällt es oft schwer, sich unbefangen und voller Freude wieder auf die schöne und wohltuende Welt der Sexualität einzulassen und diese mit alle ihren Facetten zu genießen.
Wenn Sex in der Beziehung ausbleibt
In vielen Beziehungen spielen auch gesundheitliche Faktoren eine große Rolle und wirken sich auf das Sexualleben aus. Erkrankungen und oder die Einnahme bestimmter Medikamente, können Lustlosigkeit oder Impotenz verursachen. Auch die Menopause stellt für viele Frauen eine Herausforderung dar, die zu einem Rückgang sexueller Aktivität führen kann. Diese Situation beinhalten oft unbewusst Frust oder unausgesprochene Aggressionen, sowohl bei Betroffenen als auch bei ihren Partnern. Häufig wird darüber geschwiegen aus Angst vor Verletzungen, Streit oder weiterer Belastung innerhalb der Beziehung.
Oft hilft es dieses Thema offen anzusprechen, um den stillen Druck zu lösen und gemeinsam Wege zu finden, mit körperlichen Veränderungen und emotionalen Herausforderungen umzugehen. Viele Medikamente, insbesondere Antidepressiva, Betablocker oder Diuretika, können sexuelle Funktionen beeinträchtigen. Ein informierter Austausch mit Ärzt:innen kann helfen, Alternativen zu finden oder Nebenwirkungen zu mindern.
Auch kreative Alternativen für körperliche Intimität lassen sich gemeinsam finden und erurieren. Dadurch ist es möglich auch wieder auf emotionaler Ebene Intimität und Verbindung entstehen zu lassen.
Diese Offenheit, darüber ins Gespräch zu kommen, sind wichtige Bausteine, um auch bei gesundheitlichen Herausforderungen eine erfüllte Beziehung zu ermöglichen.
Grenzen, Konsens und Selbstbestimmung
Gesunde Sexualität bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen und sie zu respektieren.
Gerade aus Angst vor Ablehnung oder Verlust werden in Beziehungen manchmal Dinge akzeptiert, die sich eigentlich unwohl anfühlen.
Daher ist es wichtig, das eigene Erleben ernst zu nehmen und klar zwischen freiwilliger Erfahrung und Grenzverletzung zu unterscheiden.
Selbstbestimmte Sexualität basiert immer auf:
gegenseitiges Einverständnis
Achtsamkeit
Respekt
ein Unwohlsein äußern zu können
Verhütung besprechen zu können
In meiner Begleitung biete ich Ihnen einen geschützten Raum, im dem über Sexualität, Scham, geheime Wünsche, Träume und auch Unsicherheiten oder Verletzungen offen gesprochen werden darf, mit Achtsamkeit und Würde.
Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie:
Aufarbeitung belastender oder traumatischer Ereignisse und Erfahrungen
Wiederentdeckung der Lust und des eigenen Körpers, der eigenen Bedürfnisse
Kommunikation und Nähe in Beziehungen
Entwicklung einer authentischen selbstbestimmten Sexualität
Das Ziel ist wieder in liebevollen Kontakt mit sich selbst zu kommen, um Sexualität als natürlichen Ausdruck von Vertrauen, Freude und Lebendigkeit zu erleben.






